Schau! Die Stützräder sind ab und liegen im Gras. Das kleine blaue Fahrrad hat jetzt nur noch zwei Räder. AZAD staunt es an, das Herz macht poch-poch: aufgeregt – und ein kleines bisschen bang.
Helm auf – klick! Knieschützer fest. AZAD klopft sich zweimal auf die Brust und macht sich groß: „Ich bin bereit!“ Auch der kleine Hund sitzt kerzengerade da, wie ein kleiner Trainer.
Der erste Versuch – es wackelt und schwankt! Der Lenker zappelt hierhin und dorthin. „Huch, huch, huuuch!“ Der kleine Hund trabt nebenher übers Gras und verpasst kein einziges Wackeln.
Plumps! AZAD fällt ins weiche Gras. Die Knieschützer haben ihre Arbeit gemacht – außen tut gar nichts weh. Aber innen drin zwickt es, und die Unterlippe schiebt sich ganz von allein vor.
„Ich will nicht mehr …“, flüstert AZAD und umarmt die Knie. Doch der kleine Hund rollt den roten Ball heran und leckt AZADs Hand, als wollte er sagen: Versuch's noch einmal! Da blitzt ein kleines Lächeln auf.
AZAD holt tief, tief Luft und stellt das blaue Fahrrad wieder auf. „Augen nach vorn, immer weitertreten. Ich schaff das!“ Der kleine Hund bellt zweimal: Wuff, wuff! Du schaffst das!
Treten, treten, treten! Einmal wackeln … dann läuft es! Das blaue Fahrrad rollt und rollt, weiter als je zuvor. Der kleine Hund flitzt nebenher, die Ohren fliegen im Wind.
Wind in den Haaren, die silberne Klingel macht klingeling! „Ich fahre Rad! Ich fahre wirklich Rad!“, ruft AZAD. Die Enten auf dem Teich schauen hoch, und der kleine Hund hüpft vor Freude.
Um den großen Baum, über die kleine Brücke – AZAD fährt eine ganze große Runde, ohne ein einziges Mal anzuhalten! Der kleine Hund flitzt hinterher, sein Schwanz wirbelt wie ein fröhlicher Kreisel.
Die Sonne geht unter, ganz golden und warm. AZAD klopft sanft auf den Sattel: „Bis morgen, kleines blaues Fahrrad.“ Und in AZADs Brust leuchtet ein großes, helles „Ich schaff das“.