Ein schneebedeckter Morgen hüllte den kleinen Bahnhof in Stille.
Dann pfiff ein Windstoß hindurch. Ein Papierkranich flog aus Dollies Schal und hüpfte über den Bahnsteig, als hätte er winzige Füße.
Dollies Herz machte einen sprudelnden kleinen Sprung. Sie trottete hinter ihm her, bevor der Wind ihn stehlen konnte.
Endlich fing Dolly den Kranich in ihren Pfoten. In einem Flügel waren schwache Bleistiftstriche.
Ein Nieser aus Schnee traf das Papier. Plopp! Der Kranich öffnete sich zu einem wackeligen, zerknitterten Quadrat.
Der Lautsprecher knackte über ihr. Dolly beeilte sich, das Papier glatt zu streichen und herauszufinden, was es war.
Erster Versuch: ein spitzer Hut.
Zweiter Versuch, am warmen Fahrkartenfenster: ein schiefes Boot.
Dritter Versuch, unter der großen Bahnhofsuhr: ein flatternder Papierfisch.
Der Fisch wackelte im Zugluft, als könnte er schwimmen. Dolly musste fast lachen.
Dann schaute Dolly nach unten. Die Bleistiftlinien passten zu den schwarz-weißen Fliesen unter ihren Füßen.
Sie legte das Papier auf den Boden und tippte entlang der Linien. Ecke zu Ecke. Falte zu Falte.
Die Zugglocke läutete. Dollies Magen drehte sich.
Ein letzter Knick—und der Kranich sprang wieder in Form.
Ping! Ein kleines silbernes Ticket rutschte aus dem Bauch des Kranichs auf die Fliese.
Dolly eilte mit dem Kranich und dem winzigen Ticket zum Schaffner, gerade als sich die Zugtüren seufzend öffneten.
Das müde Gesicht des Schaffners verwandelte sich in ein überrasches Lächeln. „Das fehlende Andenken,“ flüsterte er.
Dolly fühlte sich warm und leicht im Inneren, als der Schaffner den Kranich wieder in ihren Schal für die Fahrt steckte. Der schneebedeckte Bahnhof fühlte sich nicht mehr ganz so schläfrig an.