Die Wiese war heiß und hell. Dolly trottete zum Wassertrough, um einen Schluck zu trinken.
Sie neigte ihre Nase über den Rand und spähte hinunter. Weit unten schimmerte nur ein kleiner Hauch Wasser am Boden.
Dolly stellte sich auf die Zehenspitzen und lauschte dem kleinen Bach, der in der Nähe plätscherte. „Oh nein – es gibt nur noch einen letzten Schluck!“ sagte sie.
Der Bach glitt über Steine im Schatten. Wildblumen nickten in der Hitze, und die Tränke wartete in der Sonne.
Dolly streckte ihren Hals. Dann versuchte sie einen kleinen Sprung. Dann einen größeren Sprung.
Klunk! Die Tränke gab ein hohles Geräusch von sich. Das Wasser blieb unerreichbar.
Sie scharrte im Gras und schaute auf die Wiese. Die jüngeren Tiere würden auch bald durstig sein.
Dann hörte Dolly den Bach wieder. Sie drehte sich schnell um und trottete darauf zu.
Am Bach stieß sie mit ihrem Huf einen glatten Kieselstein an. Dann einen weiteren. Dann noch einen.
Sie trug den ersten Kieselstein zur Tränke und ließ ihn hineinfallen. Plink!
Plink! Plink! Jeder Kieselstein ließ das Wasser ein wenig höher steigen.
Ein Kieselstein machte einen lustigen Spritzer und spritzte ihre Nase. Dolly blinzelte und ließ überrascht ein „Bäh!“ hören.
Hin und her rannte sie, vom Bach zur Tränke, vom Bach zur Tränke, und trug die glatten Kieselsteine eins nach dem anderen.
Endlich war die Tränke voll mit Kieselsteinen, und das Wasser stieg bis zur oberen Kante.
Sie sah den hellen Himmel im Wasser wackeln. Dann ging der letzte Kieselstein plumps und schickte den letzten Schluck genau dorthin, wo er erreicht werden konnte.
Bald drängten sich die jüngeren Tiere mit fröhlichen Schlürfen darum. Dolly trat zur Seite und wartete.
Als sie fertig waren, nahm Dolly endlich ihren eigenen ordentlichen Schluck.
Die Wiese klang wieder geschäftig und friedlich – Wasser, Kauen und sanfte kleine Bähs.