Emma klettert mit ihren Eltern durch den hohen Garten. Ihre Finger tasten nach reifen Karotten und knackigem Kohl. Die Blätter rascheln leise, und die Luft riecht nach Erde und Sommer.
Ein roter Apfel rollt ihr über die Hände. Sie lacht laut auf, und die Sonne liegt warm auf ihrem Gesicht. Ihre Eltern schauen zu und lächeln.
Zusammen tragen sie die Ernte zum Dorfplatz. Emma und ihre Mama füllen das große Holzkörbchen — Orangen, gelben Mais, grüne Rosenkohlköpfe und glänzende Äpfel.
Emma stapelt zuletzt eine riesige, orangefarbene Palme auf den Berg. Sie murmelt: 'Das wird ein toller Korb.' Die Äpfel leuchten wie kleine Laternen.
Emma zieht am Henkel des schweren Korbs, aber er kippt. Äpfel rollen über das Pflaster, eine Karotte landet direkt vor ihren Füßen. Knick. Plumps. Rrrroll.
Emma sieht, dass Frau Müller auf einer Bank sitzt. Die Karotte liegt direkt vor ihren schuhfreien Zehen. Ein paar Kinder kichern. Emma blickt rot und sammelt hastig alles wieder ein.
Emma stellt den Korb vor Frau Müllers Tür und klopft. Sie atmet tief durch. Ihr Herz klopft gegen ihre Rippen.
Frau Müller öffnet mit einem breiten Lächeln. Ihre Augen werden feucht. 'Das ist das Liebste, das mir heute passiert ist', sagt sie leise.
Frau Müller reicht Emma einen der Äpfel zurück. 'Für dich', sagt sie. Emma nimmt ihn und lächelt. Ihre Wange berührt die glatte Schale.
Emma geht nach Hause. Ihre Mama wartet bereits mit zwei weiteren Körbchen — für alle Nachbarn. 'Wir bringen sie zusammen', sagt ihre Mama.
Sie gehen von Haus zu Haus. Jedes Körbchen landet auf einer Schwelle. Ein Lächeln, ein Dank — und schon ist das nächste dran.
Emma steht am Fenster und sieht zu, wie das Dorf im Abendlicht badet. Ihr Körbchen ist leer. Aber ihr Herz ist voll.