Felizitas zieht ihren Koffer durch den langen Flur. Die schwere tür klemmt und schlägt zu. Sie hebt den Schlüssel auf. "Wo soll ich jetzt hin?" Der Schlüssel rutscht unter den Schrank.
Sie kniet sich hin, angelt mit einem Lineal nach dem Schlüssel. Dabei schiebt sie einen Zettel hervor: "Komm zum Küchentisch!" Eine Tasse klappert neben dem Zettel. Felizitas setzt sich an den Tisch.
Sie legt ihren Koffer auf den Küchentisch und öffnet ihn. Plötzlich springt ein Stapel Socken heraus und landet auf einem Kuchenteller. Sie lacht kurz. Dann schreibt sie auf den Zettel: "Ich kenne hier noch niemanden. Ich möchte erzählen."
Ein zweiter Zettel führt sie durch die Wohngruppe. Dann ein dritter, ein vierter. Sie folgt denzetteln bis zum Flur, wo mehrere Kinder an einem Tisch sitzen. Sie schneiden Papiersterne aus und sammeln Fragen.
Felizitas erzählt von ihrer Unsicherheit. Die Kinder hören zu. Ein Kind schiebt einen freien Stern zu ihr: "Dann gehört deine Geschichte auch hierher." Sie nimmt den Stern und hält ihn fest.
Sie hängt ihren Stern an die Wand neben die anderen. Dann nehmen die Kinder ihren Koffer und gehen gemeinsam mit ihr den Flur entlang. Die klemmende Tür wartet.
Die Tür klemmt einen Moment, dann gibt sie nach. Mit einem lauten Klack springt sie auf. "Schaffst du das?" fragt eines der Kinder. Felizitas nickt und drückt den Koffer ins Zimmer.
Sie stellt ihre gelbe Tasse auf die Fensterbank. Draußen ist es jetzt dämmerig, und die Laternen am Straßenrand gehen an. Das Zimmer ist klein, aber es ist ihres.
Von ihrem Fenster aus kann sie den Flur hören. Lachen dringt durch die offene Tür. Sie setzt sich auf ihr Bett und lächelt. Ihr Koffer steht am Ende des Zimmers, und die Tasse steht bereit.
"Morgen", sagt sie leise, "machenn wir noch einen Stern!" Sie legt sich hin, die Tasse griffbereit auf dem Nachttisch. Draußen lachen die Kinder noch immer. Felizitas schließt die Augen und weiß: Hier bin ich richtig.