Lunley hüpfte auf einen hohen Ast, gerade als der Mond aus einer Wolke glitt.
"Warte auf mich! Wohin gehst du?" rief Lunley.
Die Blätter flüsterten im kühlen silbernen Licht.
Lunley flatterte zum nächsten Baumgipfel, dann zum nächsten, und hielt den Mond über den schläfrigen Kiefern im Blick.
"Wohin gehst du?" fragte Lunley erneut.
Aber der Mond versteckte sich hinter einer Wolke und tauchte woanders wieder auf.
Ein Sprühnebel aus Tautropfen funkelte wie winzige Sterne.
Lunley schoss in eine leuchtende Lichtung hinunter.
Dann schlüpfte der Mond wieder vorbei, höher und weiter, und Lunley kletterte schnell wieder nach oben.
Eine Motte stieß sanft gegen Lunleys Schnabel mit einem leisen Piff.
Lunley blinzelte, dann lachte sie ein wenig über die lustige Überraschung, bevor sie weiterflog.
Endlich erreichte Lunley den höchsten Ast und schaute nach oben.
Der Mond wurde blass, und der Himmel wechselte von tiefblau zu perlgrau.
"Oh," sagte Lunley ganz leise.
Zuerst ergoss sich goldenes Licht über die Baumkronen, und Lunley verstand, dass der Mond Platz für die Sonne machte.
Lunley machte es sich in den raschelnden Blättern bequem, während die Sonne aufstieg und der Wald mit Zwitschern und warmem Licht erwachte.
Lunley lächelte zum Tageshimmel.
Denn heute Nacht würde der Mond zurückkommen, und das Warten fühlte sich hell und nicht einsam an.