Konstantin läuft die Straße entlang, der Wind brummt durch die Bäume und weit entfernt rufen die Möwen. Die Straße duftet nach Sommer, warm und leicht salzig. Überall tanzen seine Schatten auf dem Gehweg.
Seine Beine wedeln hin und her, als würde er schon jetzt am Strand entlangspazieren. Der Campingbus wartet — morgen geht es los zum Meer, unter der heißen Sonne.
An der Straßenecke bleibt er plötzlich stehen. Etwas liegt direkt vor ihm auf dem Gehweg und scheint aus hellgrauem Stein zu sein. Die Sonne glitzert darauf.
Er kniet sich hin und tippt mit einem Finger gegen die rauhe Kante. Eine kleine Einbuchtung zeigt sich — darin versteckt sich etwas Weißes, fast unsichtbar.
Vorsichtig hebt er die Muschel heraus. Sie glitzert rosé im Morgenlicht, winzig und perfekt wie ein kleiner Schatz. Er dreht sie zwischen Daumen und Zeigefinger.
Er hält die Muschel ans Ohr. Ein leises Summen erklingt daraus — fern und melodisch, wie ein Gesang von tief unten im Wasser.
Ein breites Lächeln breitet sich auf seinem Gesicht aus. Die Muschel wandert in seine Tasche und schon rennt er weiter — die Schulglocke ruft.
Die letzte Glocke ertönt. Das Schuljahr neigt sich dem Ende zu. Konstantin tritt hinaus ins warme Sonnenlicht und atmet tief durch.
Der Campingbus steht bereits im Schulhof, grau-silbern und voller Abenteuer. Ein sanfter Brisenwehen sträubt ihm leicht die Haare.
Konstantin starrt den Bus an, seine Lippen zucken zu einem Lächeln. Morgen beginnen die großen Reisen. Morgen erreicht er das Meer.
Das beste Abenteuer kommt erst noch. Er spürt es. Die Straße vor dem Bus scheint zu leuchten, als könnte sie direkt zum Ozean führen.
Mit einem letzten Blick zurück läuft er los — den Weg hinunter, den Hügel hinauf, direkt in die warme blaue Ferne hinein.