In der Nacht vor dem Kindergarten packte Marigold ihre Buntstiftbox in ihren Rucksack.
An der Zimmertür hielt sie den Reißverschluss fest und flüsterte: "Was ist, wenn jeder ein Fremder ist?"
Am Morgen ging sie zur Schule und dachte immer noch über diese Frage nach.
An der Klassenzimmertür gab Marigold einen Abschiedskuss und machte drei langsame Schritte an den Fächern vorbei.
Bilderbücher, Fingerfarben und Kinder waren überall. Marigold schaute zu den hellen Papier-Sonnen im Fenster, während der Raum von Stimmen summte.
Dann sah sie ein Kind, das auf einen kaputten Buntstift starrte, von dem kein Blau mehr übrig war.
Marigold kniete sich hin, öffnete ihre Buntstiftbox und schob einen blauen Buntstift herüber.
"Willst du mit uns malen?" fragte das Kind mit einem Grinsen.
Marigold setzte sich und zeichnete einen wackeligen blauen Wal.
Als der Wal aus Versehen einen lustigen lila Hut bekam, brach der ganze Tisch in Gelächter aus.
In der Pause stand Marigold einen Moment lang am sonnigen Spielplatz.
Dann joggte sie zu einem Spiel, das sich im Kreis drehte.
Sie verpasste den Klatscher einmal. Dann zweimal.
Beim dritten Versuch, klatsch! Marigold traf es genau richtig, und jemand rückte zur Seite, um Platz zu machen.
Nach dem Spiel ging Marigold mit farbverschmierten Händen und einem kleinen Lächeln wieder hinein.
Am nächsten Morgen wartete das Klassenzimmer hell und bereit.
Marigold hängte ihren Rucksack auf und ging ohne anzuhalten hinein.
Sie hob ihre Buntstiftbox und rief: "Ich habe Blau mitgebracht!" Neue Freunde winkten ihr zu, und Marigold rutschte in ihren Platz, während der Raum mit fröhlichem Geräusch erfüllt wurde.