Mika Mondschein zog die Decke bis zur Nase hoch. Da knipste ihr Nachtlicht ganz von selbst an. Ein kleiner leuchtender Stern glitt an die Zimmerdecke. Mika blieb ganz still und sah zu, wie das Licht über die Tapete huschte und den Schrankrand golden streifte.
Vorsichtig setzte Mika einen Fuß auf den weichen Teppich. Neben dem Stern erschien jetzt ein leuchtender Mond an der Wand. „Hallo?“, flüsterte sie. Dann lauschte sie. Die Wohnung blieb still. Nur das Nachtlicht summte leise.
Mika ging bis zur Tür und öffnete sie einen Spalt. Drei kleine Lichtpunkte rutschten wie Glühwürmchen hinaus in den dunklen Flur. Mika zögerte kurz. Dann tippte sie mit den Zehen auf das kühle Holz und musste fast lachen, weil einer der Lichtpunkte wie eine wackelige Katze über die Wand tappte.
Leise schlich Mika in den Flur und folgte der Spur. Erst kam ein Stern. Dann ein Mond. Dann eine runde Wolke, die aussah, als würde sie schnarchen. Mika atmete leise aus und strich mit den Fingern über die warme Tapete. Der Flur fühlte sich gar nicht mehr leer an.
Mitten im Flur blieb Mika stehen. Das Nachtlicht flackerte kurz. Sofort waren alle Bilder weg. Nur die dunkle Wohnung war da und ein fernes Tick-tack der Uhr. Mika drückte die Hand fester um ihr Nachtlicht und machte einen kleinen Schritt nach vorn. Da funkelte über ihr ein ganzes Bild an der Decke, heller und größer als vorher.
Mika ging mit dem Nachtlicht zurück in ihr Kinderzimmer. Sie stellte es neben das Bett. Gleich wanderten wieder Sterne und Monde über Decke und Wände. Mika kuschelte sich unter die Decke, sah dem leisen Leuchten zu und sagte in das ruhige Zimmer: „Gute Nacht, Dunkelheit.“