In der Dorfstraße hörte Milo ein Flüstern. Eine alte silberne Glocke im Obstgarten konnte einen Wunsch erfüllen.
Milo rannte bei Dämmerung hinaus, bevor es jemand anderes schaffen konnte.
Das Gras streifte seine Knöchel. Über ihm wurde der Himmel lila, und das erste Mondlicht fiel zwischen die Bäume.
Dann sah Milo glitzernde Punkte auf dem Boden. Er folgte ihnen vorbei an krummen Stämmen und über holprige Wurzeln.
Die Hinweise führten weiter unter Ästen, die im Dunkeln silbern schimmerten. Milo beeilte sich immer schneller.
„Wow!“ flüsterte er und duckte sich schnell, als eine Eule direkt über seinem Kopf rief.
Nach einem Moment schaute Milo wieder. Mehr Funkeln haftete an einem Zaunpfosten, dann an einem Eimer, dann an einem Knopf, der von einem niedrigen Ast hing.
Es war wie ein glänzendes Spiel, dem Pfad zu folgen. Milo verlangsamte und blinzelte auf den letzten Hinweis.
Dann rief eine besorgte Stimme: „Meine Glocke! Hat jemand meine silberne Glocke gesehen?“
Ein Nachtwächter stand dort mit einer orangefarbenen Laterne, die im Dunkeln leuchtete.
Milo eilte zu dem höchsten Baum. Er teilte die Blätter und fand die silberne Glocke, die in einer Gabelung von Ästen verfangen war.
Ting! Die Glocke gab einen kleinen klaren Klang von sich, als Milo sie befreite.
Milo erstarrte. Er konnte sie verstecken und sich einen Wunsch erfüllen . . . oder sie dem Nachtwächter, der unten wartete, bringen.
Er kletterte hinunter.
Milo ging direkt zu dem Nachtwächter und legte die silberne Glocke in seine Hand.
Das Licht der Laterne fiel auf die Glocke. „Danke, Milo,“ sagte der Nachtwächter. „Ich kann dir vertrauen, dass du mir hilfst, den Obstgarten zu bewachen.“