Im großen Garten hinter der Klasse klatscht der Drachen gegen den Zaun und klemmt sich in einem winzigen Spalt zwischen der Hecke und der Mauer fest. Minibelle rennt zum Loch, hört das Papier rascheln und sagt: „Ich kann helfen!“ Stimmen antworten: „Du bist zu klein.“
Minibelle schaut zu den Großen, die an der Schnur ziehen. Der Drachen zerknittert und bleibt noch weiter hinten stecken, ganz hinten. Minibelle presst ihre Lippen zusammen. Eine rote Feder zittert in den Blättern. Dann geht sie auf allen Vieren und misst den Raum mit ihrer Hand.
Minibelle schlüpft durch den Spalt und knirscht über den Kies. Die Äste kitzeln ihre Ärmel. Dann bleibt sie vor einer dicken Wurzel stehen, die den Weg versperrt. „Oh je“, haucht sie. Sie klettert gerade so viel, wie sie braucht, und ein Marienkäfer setzt sich für einen Moment auf ihre Nase, bevor er wieder wegfliegt.
Minibelle streckt den Arm nach dem Drachen aus. Aber sein Schwanz verhakt sich an Bohnenstängeln und lässt drei Töpfe auf den Platten tanzen. Klopf-klopf-klopf. Minibelle schaut sich um, greift einen kleinen, vergessenen blauen Gießkanne und schiebt vorsichtig den Schwanz mit dem Schnabel der Gießkanne, um ihn ohne etwas zu zerbrechen zu lösen.
Minibelle krabbelt noch ein Stück weiter und greift endlich den Stock des Drachens. Aber kurz vor dem Ausgang führt der Weg in eine matschige Pfütze. Minibelle lässt sich plötzlich hinuntergleiten — plumps! — und kommt ganz spritzig wieder heraus, den Drachen über ihrem Kopf. Das Papier klatscht wie Applaus.
Minibelle bringt den Drachen in den Hof. Man schüttelt die Matschtröpfchen ab, und der große Garten riecht nach nasser Erde und zerknitterter Minze. Minibelle lächelt, als man ihr den Weg freimacht und sagt: „Platz für Minibelle!“ Dann steigt der Drachen wieder in den Himmel, und alle schauen nach oben.