Pipthorn schob einen Vorhang aus hohem Gras beiseite. Unter den Blättern blinkte eine ganze winzige Stadt ins Blickfeld.
Kieselsteinstraßen schlängelten sich zwischen Samenkapseldächern. Eine Brücke, nicht breiter als eine Schnürsenkel, überquerte die Mitte der Stadt.
Pipthorn hockte sich tief und blieb ganz still. Tick-tick, tick-tick, gingen die Käferwagen irgendwo unter den Blättern.
Pipthorn schlich auf den Kieselweg und hob einen Finger zu einem kleinen Winken.
Kleine Gesichter lugten aus Blumentunneln und Eichel-Türfenstern. Pollen schwebte in der warmen Luft.
Dann—KNACK! Ein scharfer Laut hallte durch den Garten.
Ein gefallener Zweig fiel über die kleine Brücke und blockierte sie von Ende zu Ende.
Winzige Quiekgeräusche erfüllten die Stadt. Helle Beerenkerne rollten überall herum.
Pipthorn griff so sanft wie eine Brise hinein.
Einmal. Zweimal. Der Zweig wollte sich nicht bewegen.
Beim dritten Versuch schob Pipthorn einen flachen Kiesel unter den Zweig und rollte ihn Zentimeter für Zentimeter.
Stolpern, rollen, stolpern—und plumps! Der Zweig kippte von der Brücke in den Boden.
Ein Jubel ertönte unter den Blättern wie winzige Glockenspiele. Die Brücke war wieder frei.
Pipthorn trat zurück. Die käfergroßen Menschen eilten über die Brücke.
Am Blättertor winkten sie Pipthorn herein. "Willkommen, Pipthorn!"
Pipthorn folgte dem Licht der Laterne vorbei an süß duftenden Blumen in die verborgene Stadt.