Nülli zupft an seinem Rucksack und folgt Rina den Schotterweg hinauf. Die Sonne scheint auf das Rinerhorn, und ihre Schatten werden kurz.
Plötzlich steht eine Ziege im Weg, leckt Nüllis Schuhspitze und blinzelt ihn an. Rina lacht, und Nülli lacht mit. Die Ziege macht Platz.
Der Weg wird steil, und Nülli bleibt hinter Rina hängen. Die Luft wird dünner, seine Schritte schwerer.
Er tritt auf einen lockeren Stein, der ins Rutschen kommt, und muss sich mit beiden Händen an einem Felsvorsprung festklammern.
Rina streckt ihm die Hand entgegen. Nülli findet einen neuen Tritt — fest und sicher — und zieht sich hoch.
Rina weist auf eine schmale Schneise zwischen zwei Felsen. Dahinter liegt eine kleine Bergwiese, voller gelber Alpenblumen und summender Bienen.
Nülli kniet nieder und betrachtet eine Biene, die sich in einer Blüte verschanzt hat. Rina setzt sich neben ihn, und beide atmen die süße Bergluft ein.
Sie steigen die letzten Schritte zum Gipfel — 2'983 Meter über dem Meer — und Nülli bleibt stehen. Die Welt erstreckt sich so weit.
Er sieht Davos, die Berge, den blauen Himmel. Ein breites Lächeln breitet sich auf seinem Gesicht aus.
Rina drückt ihm die Faust entgegen. Sie feiern ihren gemeinsamen Erfolg.
Sie setzen sich auf den flachen Felsblock am Gipfel und essen ihre Brotzeiten. Ein leichter Wind weht über den Grat.
Die Sonne sinkt langsam. Nülli zieht seinen Schal enger. Rina lächelt, und er lächelt zurück. Sie sind oben, und es war es wert.