Pipoca rutscht durch das kleine Drahtgatter. KRACH – das Gatter knarrt, und ihre winzigen Pfötchen platschen auf dem nassen Gras. Dort hinten erreicht sie den Kaffeeduft der Lehrerin nicht mehr.
Sie springt über den Zaun. Die Pfötchen rutschen im durchnässten Gras, und ihr winziger Körper plumpst auf die andere Seite. Die Welt ist da draußen viel zu groß.
Der Garten der Nachbarn ist still. Nur der Wind wirbelt die trockenen Blätter am Boden auf.
Pipoca schnuppert am Fahrradreifen. Schnuppert am Laubhaufen. Schnuppert an der Mauer des anderen Hauses. Nirgendwo riecht es nach ihr.
Ein riesiger Lkw fährt vorbei, und der Boden vibriert unter ihren kleinen Pfötchen. Sie quetscht sich in die kalte Ritze in der Mauer, den Schwanz dicht an den Körper gezogen.
Und dann – ein Geräusch. Klein. Bekannt. Die kleinen Öhrchen stellen sich sofort auf, und die Nasenspitze zittert. Es ist die Stimme der Lehrerin, die ruft.
„Pipoca! Pipoca, wo bist du denn?" Zwei gelbe Stiefel halten am Gartentor inne. Der Duft des Brotes, warm und mit Butter, drängt durch das offene Fenster herein. Der Schwanz wedelt. Einmal. Zweimal.
Pipoca flitzt aus dem Gebüsch. KLACK – das Gartentor knallt ins Schloss. Sie rutscht über den Rasen und schlägt gegen die Schienbeine der Lehrerin. Der Besen fällt. „AAAAH!"
Die Lehrerin setzt sich auf die kalten Fliesen der Veranda und hält den winzigen Shih Tzu in den Armen. Pipoca leckt ihr sanft das Kinn. Einmal. Zweimal. Dreimal.
Auf der sonnenbeschienenen Veranda schläft Pipoca zusammengerollt auf der kleinen rotkarierten Decke. Die kleine Sprühvorrichtung macht ein leises Klick. Die Straße ist still – nur das Ticken der Uhr und ihr winziges Atmen. Die Lehrerin kratzt ihr sanft hinter den kleinen Öhrchen.




