Goldenes Licht spritzt über das Kissen. Das kleine Zimmer summt in morgendlicher Stille, Staubstrahlen kriechen über die zerknitterten weißen Laken.
Bramble springt hoch. Die schläfrigen Finger seines Bruders patschen ihm direkt auf die Wange. Er zieht sich zurück, Lippe fest zusammengepresst, und ballt die Faust unter der Bettdecke.
„Du hättest die Mama wecken sollen!" zischt Bramble und zeigt mit einem zitternden Finger aufs andere Bett. Im Raum wird es still. Nur der Holzrahmen knarrt.
Der Mund seines Bruders steht halb offen. Er atmet langsam. Das Knarren des Rahmens füllt die stille Lücke, in der Worte sein müssten.
Bramble stampft zum Fenster und wirft den Vorhang weit auf. Helle Sonne strömt herein, scharf und warm auf seinen nackten Armen. Er dreht sich um, den Kiefer fest.
Aber die Hand seines Bruders gleitet schon über die Lücke zwischen den Betten. Langsam. Verschwommen. Wie jemand, der im Traum nach einem Spielzeug greift.
„Tut mir leid …" brummelt sein Bruder und lässt einen bröseligen Keks mit abgebrochener Ecke in Brambles offene Handflächen fallen. Dann wälzt er sich um und vergräbt den Kopf unter dem Kissen.
Der kleine Schokoladenfleck auf dem Keks wackelt, während Bramble starrt. Auf dem anderen Bett schnarcht sein Bruder – rund und sanft.
Bramles Schultern sinken. Ein langer Atem schiebt sich aus ihm heraus. Er beißt in den Keks, und er bricht knirschend unter seinen Zähnen – goldene Krümel rieseln ihm auf das Kinn.
Sein Bruder schnarcht – rund, sanft, gleichmäßig. Die Sonne streckt sich golden über beide und füllt das kleine Zimmer mit stiller Wärme.






