Im Garten ist es still an einem kalten Morgen im Winter. Am Rand des großen Platzes glitzert eine kleine goldene Nuss im Morgenlicht.
Risch lehnt sich auf dem Ast einen Schritt nach vorn … dann zurück und vergräbt seinen Schnabel im Gefieder. Die Nuss ist so, so weit weg.
Ein kalter Hauch schiebt die Nuss: Sie rollt, rollt, rollt … … … hin zum fernen Fenster.
Risch hackt seine Krallen in den Ast und hüpft nach vorn, doch seine Flügel öffnen sich nicht ganz. Er setzt sich auf einen nassen Ast und schüttelt sein Gefieder. »Ich versuche es … Ich versuche es … Ich versuche es …«
Der Wind peitscht stärker. Die Nuss trommelt auf die Scheibe: Tunk! Tunk! Tunk! Sie rutscht vom Fensterknopf und zittert am Rand des Fensters.
Risch drückt seine Krallen fester und reckt seinen Hals in die kalte Luft. Der Platz wirkt weiter als gestern, und die Nuss glitzert nur noch wenige Schritte entfernt.
Risch springt! Der Wind fängt ihn unter den Flügeln … und lässt ihn nicht fallen, sondern packt ihn und trägt ihn nach oben.
Er überquert den ganzen Platz. Der Wind, der ihn gestern nach hinten gedrückt hat, trägt ihn heute nach vorn. Er spreizt seine Flügel und öffnet sie ganz – zum ersten Mal: Fatter-fatter!
Risch landet auf der Fensterbank und pickt die goldene Nuss: Knusper! Er blickt sich um zu dem großen Platz hinter sich.
Er füllt sein Schnäbelchen langsam. Er kraust sich, neigt den Kopf und blickt auf eine neue Nuss, die am Ende des Astes hervorquillt.






